Fatih Akıns „The Cut“ – die ersten Filmkritiken

Nach „Gegen die Wand“ und „Auf der anderen Seite“ ist nun mit „The Cut“ die „Liebe, Tod, Teufel-Trilogie“ vollendet. Kontroversen hat der letzte Teil wohl bereits zu genüge ausgelöst. Unbefriedigend scheint er wohl gerade für einige Kritiker aus dem deutschen Raum zu sein.

Wenngleich noch nicht gesehen, stelle ich mir dennoch die Frage, inwiefern auch Filmkritik kulturell geprägt ist, vielleicht gerade wenn es um historisch kritische Aufarbeitung geht. Dabei denke ich gerade an den Kinofilm 12 Years a Slave, der noch nicht vor allzu langer Zeit in den Kinos lief, an die Reaktionen der Zuschauer im Kinosaal, sowie auch weiterer Stimmen. Hat man sich auch nur ein wenig mit der Sklaverei auseinandergesetzt, was nicht mal wirklich viel und intensiv sein muss, aber über den Kinosaal hinaus reicht, ist dieser Film eine Frechheit und an Kitsch nicht zu überbieten.

Welcher kulturelle Raum wie viel Kritik, sowie auch „Filmrealität“, vertragen kann scheint mir doch durchaus stark kulturell gebunden, und für den jeweiligen Regisseur eine nicht unbeachtliche Gratwanderung zu sein. Und Kritik, geäußert in angemessener Sprache, scheint doch auch immer ein Funke der Hoffnung und ein Ausdruck der Liebe zu sein. Denn wo es keinen Diskurs gibt, dort gibt es keinen Fortschritt.
Wie dem auch sei, dieses Thema auf die Kinoleinwand zu bringen, als Regisseur der nicht nur in Deutschland Erfolge feiert und gerade immer wieder durch die kulturelle Brille rezipiert wird, die von ihm nicht zuletzt stets wiederkehrende Loyalitätsansprüche erhebt: derbe Digga, derbe!

Liebe Tod Teufel

„Fatih Akın’s The Cut is a genuine, hand-made epic, of the type that people just don’t make anymore. In other words, a deeply personal response to a tragic historical episode, that has great intensity, beauty and sweeping grandeur. This picture is very precious to me, on many levels.“ Martin Scorsese

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CutDie meisten Filmkritiken fallen, bis auf wenige Ausnahmen, eher negativ aus. Hier finden Sie die ersten nationalen und internationalen Besprechungen zusammengestellt:

Der Tod fährt manchmal mit der deutschen Bahn
„Bei der Film-Biennale in Venedig beginnt Fatih Akins lange erwartetes Epos „The Cut“ als Aufarbeitung des Völkermords an den Armeniern von 1915 – und endet als große Reise durch die Filmgeschichte.“ (Daniel Kothenschulte, WELT.DE)

Dem Kranich folgen
„Heilig ist der Einzelne: Der Historienwestern „The Cut“ von Fatih hat den Völkermord an den Armeniern zum Hintergrund. Jetzt war beim Filmfestival in Venedig Premiere.“ (Dietmar Dath, FAZ.NET)

Der Genozid und das Schweigen
„Fatih Akin beschäftigt sich mit „The Cut“ beim 71. Filmfestival Venedig mit dem Völkermord an den Armeniern – und scheitert.“ (Anke Westphal, BERLINER ZEITUNG)

Fatih Akin scheitert mit «The Cut»
findet Susanne Oswald, in der NZZ.

Nacktputzen und Klobrillen lecken
Sammelbesprechung…

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