Zur Hölle mit der Authentizität!

Ein doch schon etwas älterer Artikel von Juli Zeh, der dennoch nichts an seiner Aktualität eingebüßt zu haben scheint, wie eine kürzliche Plenumsdiskussion deutlich werden ließ.

Der Echtheitswahn der Unterhaltungsindustrie verführt dazu, auch in der Literatur nach wirklichen Personen und Vorgängen zu fahnden. Dabei geht verloren, was Literatur ist.

„Mimesis, nicht Mimikry: Als Aristoteles in Abgrenzung zum platonischen Vorwurf der Lüge sein poetologisches Prinzip der nachahmenden Mimesis begründete, ging es ihm nicht um die Imitation der Umgebung zur Überlistung von Fressfeinden, sondern um eine Zielvorstellung, die sich als Interpretation des Wirklichen durch literarische Darstellung beschreiben lässt. Dieses Konzept, das der abendländischen Literaturauffassung bis heute zugrunde liegt, verlangt von der Dichtung naturgemäß ein gewisses Maß an realistischer Glaubwürdigkeit.“

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