Eine kleine Auswahl aktueller Publikationen rund um die Türkei

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Der Zugang zum Werk

Lesen lesen, denken, lesen, denken denken, noch mehr lesen … schreiben, wieder lesen, noch mehr lesen, überdenken … Die Furchtbarkeit des Schreibens, das Drehen um Kreis, Überschlagen der Gedanken, der ewig neue Ansatz … Zweifel … Was wurde schon alles gesagt, geschrieben, gedacht … warum, und welches Ziel verfolgt? Was kann ich jetzt schon noch neues sagen …

SA

Und doch, da war doch was! Da war doch irgendwas verborgen, unscheinbar, kaum erwähnt und dennoch klar vorhanden.

„Achte auf die Lücke, achte auf das Nicht-gesagte, das Verschwiegene, den Schatten, der nur kurz vorbei huscht“, „Behalte die Idee deiner ersten Faszination, diese ist für dich der Zugang zum Werk. Fange damit an.“

Zur Hölle mit der Authentizität!

Ein doch schon etwas älterer Artikel von Juli Zeh, der dennoch nichts an seiner Aktualität eingebüßt zu haben scheint, wie eine kürzliche Plenumsdiskussion deutlich werden ließ.

Der Echtheitswahn der Unterhaltungsindustrie verführt dazu, auch in der Literatur nach wirklichen Personen und Vorgängen zu fahnden. Dabei geht verloren, was Literatur ist.

„Mimesis, nicht Mimikry: Als Aristoteles in Abgrenzung zum platonischen Vorwurf der Lüge sein poetologisches Prinzip der nachahmenden Mimesis begründete, ging es ihm nicht um die Imitation der Umgebung zur Überlistung von Fressfeinden, sondern um eine Zielvorstellung, die sich als Interpretation des Wirklichen durch literarische Darstellung beschreiben lässt. Dieses Konzept, das der abendländischen Literaturauffassung bis heute zugrunde liegt, verlangt von der Dichtung naturgemäß ein gewisses Maß an realistischer Glaubwürdigkeit.“

New Series: „Literatures, Cultures, Translation“

ALTA Blog

New Series: „Literatures, Cultures, Translation“
Bloomsbury Publishing Group (London, NY, New Delhi, Sydney)
Series Editors: Brian James Baer and Michelle Woods

Advisory Board: Rosemary Arrojo, Paul Bandia, Susan Bassnett, Leo Tak-hung Chan, Michael Cronin, Edwin Gentzler, Carol Maier, Denise Merkle, Michaela Wolf.

Bloomsbury is pleased to announce the launch of a new book series “Literatures, Cultures, Translation,” edited by Brian James Baer and Michelle Woods. The series will publish book-length manuscripts focused on literary translation, intellectual history, and cultural or historical analysis of interpreting and translation in various contexts and modes, including film, theater, graphic novels, and music.

The series is dedicated to the general goal of integrating the study of translation in disciplines across the humanities, social sciences and the arts by cultivating new research in the following areas (although manuscripts that fall outside these strands will also be considered):

1. Translation in a wider intellectual or theoretical context…

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Lonely Thinking: Hannah Arendt on Film

Lonely Thinking: Hannah Arendt on Film.

„Only thinking, Arendt argued, has the potential to remind us of our human dignity and free us to resist our servility. Such thinking, in Arendt’s view, cannot be taught: it can only be exemplified. We cannot learn thinking through catechism or study. We learn thinking only through experience, when we are inspired by those whose thinking enthralls us—when we encounter someone who stands apart from the crowd.“

Hannah Arendt’s Original Articles on “The Banality of Evil” in the New Yorker Archive

Günter Grass – Die Großen gehen. Und mit ihnen, auch die Generation der Zeitzeugen.

Kontrovers, polarisierend, schmerzhaft, aufrüttelnd . . .

„Wenn man sich irgendwann mal fragt, wie die deutsche Nachkriegszeit klang, dann wird man sich auf jeden Fall auch die tiefe, dröhnende Stimme von Günter Grass anhören müssen. Kaum eine andere hat in den Jahrzehnten nach dem Ende der NS-Diktatur so viel Einfluss gesucht, so viel Einfluss ausgeübt wie die des politisierenden Dichters. Nun ist sie für immer verstummt.“ (Alexander Solloch)

Günter Grass 16.10.1927 – 13.04.2015

Das immerhin leistet die Literatur: Sie schaut nicht weg, sie vergißt nicht, sie bricht das Schweigen.

Ein Schriftsteller, der das Einverständnis mit den Herrschenden sucht, ist verloren.

Das Kulturforum TürkeiDeutschland verliert somit nun, nach Yaşar Kemal, auch seinen zweiten Ehrenvorsitzenden. Grass hatte sich öffentlich von seinem Freund in der Cumhuriyet verabschiedet: Tüm insanların Yaşar Kemal’e borcu var. Ünlü Alman yazar Günter Grass, Cumhuriyet için yazdı…

Feridun Zaimoğlu „Ich und Kultur, Kultur-Ich“

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu ist Deutscher. Seine Heimatstadt ist Kiel. Und doch kreisen seine Bücher immer wieder auch um die Heimat seiner Eltern, die Türkei, in der er 1964 geboren wurde.
Und als ein Kind türkischer Einwanderer verarbeitet er in „Ich und Kultur – Kultur-Ich“ literarisch seinen persönlichen „Erstkontakt“ mit der Kultur, mit der Sprache.
Im anschließenden Gespräch über seine Arbeit, das Schreiben, steht er Ulrich Greiner Rede und Antwort.

„Die Frau Lehrerin setzte mich in die erste Reihe neben Clara, ich durfte nicht mehr Löcher in die Luft starren. Clara stellte klar: Der Rücken ihrer Federmappe auf der Schulbank markierte die Grenzlinie, jeder blieb auf seiner Seite, ich hatte den linken Ellbogen an die Flanke zu drücken. Jede zufällige oder bewusste Berührung war unziemlich. Ich lernte deutsche Grammatik, die Beugung des Zeitworts in der zweiten Person Mehrzahl in der Leideform der vollendeten Zukunft ermüdete mich. Ich sagte: „Ihr wäret geliebt werden.“ Clara sagte: „Ihr werdet geliebt worden sein.“ Und sie sagte die Möglichkeitsform, Passiv, Futur II: „Damit ihr geliebt worden sein würdet.“ Ich konjugierte Verben und vergaß die Mücken.“

Lesung und Gespräch mit Ulrich Greiner 

fz

Freie Akademie der Künste Hamburg

Sonnabend, 30. August 2014, 19 Uhr

1. Lange Nacht der Literatur

Übersetzen stellt etwas mit dem Inhalt an*

literarisches Strandgut & mehr

Knott-Witte, Mit anderen Worten Gut 13% der Neuerscheinungen auf dem deutschen Buchmarkt sind Übersetzungen. Ein Sammelband bietet nun Gelegenheit, sich einmal mit dem literarischen Übersetzen selbst zu beschäftigen: Mit anderen Worten. Zur Poetik der Übersetzung (Matthes&Seitz 2014). Als „übersetzerische und übersetzungstheoretische Selbstauskünfte“ bilden die sieben Antrittsvorlesungen der Schlegel-Gastprofessur** aus den Jahren 2007-2013 (nebst Einführung und einem Seminarbericht) ein Kompendium literarischen Übersetzens, das FachkollegInnen ebenso wie interessierten Laien Einblicke in die Praxis des Übersetzens gibt. Lebendig dargestellt werfen die Beiträge zudem ungewohnte, weil übersetzungsspezifische Perspektiven auf Texte der Weltliteratur, meist unterfüttert mit historischem und kulturellem, speziell sprachlich-literarischem Hintergrund.

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