Zur Hölle mit der Authentizität!

Ein doch schon etwas älterer Artikel von Juli Zeh, der dennoch nichts an seiner Aktualität eingebüßt zu haben scheint, wie eine kürzliche Plenumsdiskussion deutlich werden ließ.

Der Echtheitswahn der Unterhaltungsindustrie verführt dazu, auch in der Literatur nach wirklichen Personen und Vorgängen zu fahnden. Dabei geht verloren, was Literatur ist.

„Mimesis, nicht Mimikry: Als Aristoteles in Abgrenzung zum platonischen Vorwurf der Lüge sein poetologisches Prinzip der nachahmenden Mimesis begründete, ging es ihm nicht um die Imitation der Umgebung zur Überlistung von Fressfeinden, sondern um eine Zielvorstellung, die sich als Interpretation des Wirklichen durch literarische Darstellung beschreiben lässt. Dieses Konzept, das der abendländischen Literaturauffassung bis heute zugrunde liegt, verlangt von der Dichtung naturgemäß ein gewisses Maß an realistischer Glaubwürdigkeit.“

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Lonely Thinking: Hannah Arendt on Film

Lonely Thinking: Hannah Arendt on Film.

„Only thinking, Arendt argued, has the potential to remind us of our human dignity and free us to resist our servility. Such thinking, in Arendt’s view, cannot be taught: it can only be exemplified. We cannot learn thinking through catechism or study. We learn thinking only through experience, when we are inspired by those whose thinking enthralls us—when we encounter someone who stands apart from the crowd.“

Hannah Arendt’s Original Articles on “The Banality of Evil” in the New Yorker Archive

Feridun Zaimoğlu „Ich und Kultur, Kultur-Ich“

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu ist Deutscher. Seine Heimatstadt ist Kiel. Und doch kreisen seine Bücher immer wieder auch um die Heimat seiner Eltern, die Türkei, in der er 1964 geboren wurde.
Und als ein Kind türkischer Einwanderer verarbeitet er in „Ich und Kultur – Kultur-Ich“ literarisch seinen persönlichen „Erstkontakt“ mit der Kultur, mit der Sprache.
Im anschließenden Gespräch über seine Arbeit, das Schreiben, steht er Ulrich Greiner Rede und Antwort.

„Die Frau Lehrerin setzte mich in die erste Reihe neben Clara, ich durfte nicht mehr Löcher in die Luft starren. Clara stellte klar: Der Rücken ihrer Federmappe auf der Schulbank markierte die Grenzlinie, jeder blieb auf seiner Seite, ich hatte den linken Ellbogen an die Flanke zu drücken. Jede zufällige oder bewusste Berührung war unziemlich. Ich lernte deutsche Grammatik, die Beugung des Zeitworts in der zweiten Person Mehrzahl in der Leideform der vollendeten Zukunft ermüdete mich. Ich sagte: „Ihr wäret geliebt werden.“ Clara sagte: „Ihr werdet geliebt worden sein.“ Und sie sagte die Möglichkeitsform, Passiv, Futur II: „Damit ihr geliebt worden sein würdet.“ Ich konjugierte Verben und vergaß die Mücken.“

Lesung und Gespräch mit Ulrich Greiner 

fz

Freie Akademie der Künste Hamburg

Sonnabend, 30. August 2014, 19 Uhr

1. Lange Nacht der Literatur

Übersetzen stellt etwas mit dem Inhalt an*

literarisches Strandgut & mehr

Knott-Witte, Mit anderen Worten Gut 13% der Neuerscheinungen auf dem deutschen Buchmarkt sind Übersetzungen. Ein Sammelband bietet nun Gelegenheit, sich einmal mit dem literarischen Übersetzen selbst zu beschäftigen: Mit anderen Worten. Zur Poetik der Übersetzung (Matthes&Seitz 2014). Als „übersetzerische und übersetzungstheoretische Selbstauskünfte“ bilden die sieben Antrittsvorlesungen der Schlegel-Gastprofessur** aus den Jahren 2007-2013 (nebst Einführung und einem Seminarbericht) ein Kompendium literarischen Übersetzens, das FachkollegInnen ebenso wie interessierten Laien Einblicke in die Praxis des Übersetzens gibt. Lebendig dargestellt werfen die Beiträge zudem ungewohnte, weil übersetzungsspezifische Perspektiven auf Texte der Weltliteratur, meist unterfüttert mit historischem und kulturellem, speziell sprachlich-literarischem Hintergrund.

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Robin Williams 1951 – 2014

No matter what anybody tells you, words and ideas can change the world.

„You must constantly look at things in a different way. You don’t believe me, come see for yourself. Come on. Just when you think you know something, you have to look at it in another way even though it may seem silly, or wrong, you must try.”

Robert Frost said, „Two roads diverged in the wood and I, I took the one less traveled by, and that has made all the difference.“

Das “christliche Europa“ Eine Fiktion – also in English and Arabic

Der Islam ist und war Teil Europas
So wenig Europa, auch das „christliche“ Europa ohne seine jüdischen und islamischen Wurzeln und Werte neben denen der klassischen, griechisch-römischen Antike denkbar ist, so sehr wird ein christliches Europa in dem Sinne, in dem der Begriff heute weithin verstanden und verwendet wird, die Fiktion bleiben, die es immer war.
Wie Europa in seiner Vergangenheit wesentlich durch wechselseitige Beeinflussung und schöpferische Auseinandersetzung der drei monotheistischen, abrahamischen Religionen gestaltet und nachhaltig geprägt worden ist – selbst die Vertreibung der Juden und Muslime hat nicht das Ende jüdischer und islamischer Mitgestaltung bedeutet –, so wird in nicht geringerem Maße die Gestaltung auch des zukünftigen Europas nur in einem Miteinander der drei abrahamischen Religionen gelingen.

http://de.qantara.de/content/das-christliche-europa-eine-fiktion